Der Lavendelgarten von Lucinda Riley

Der Lavendelgarten. Lange grinste mich der Roman an. Dabei wirkte das Cover mit seiner geschwungenen Treppe eines alten Herrenhauses und der Lavendel wie ein Magnet. Der Lavendelgarten - eine Geschichte aus zwei Zeitebenen, die viel Geheimnisvolles verbirgt. Doch anfangs fühlte sich der Zugang zu den einzelnen Figuren beschwerlich an. Die Protagonistin langweilte mich, doch der Schwung, die Spannung kam und ab dann konnte ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Letzten Endes zog ich meinen Hut vor der Protagonistin.

 

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Der Lavendelgarten

Lucinda Riley

 

Verlag:Goldmann

Taschenbuch: 504 Seiten

Print: 9,99 Euro

Kindle: 8,99 €

Hörbuch: 7,99 €


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Wahre Liebe bahnt sich ihren Weg.

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Worum geht es?

Adliges Blut, ein Herrenhaus in der lavendelduftenden Provence und eine Schicksal umwobene Liebe. Emilie de la Martinières erkämpft sich jahrelang eine eigene Existenz jenseits ihrer aristokratischen Herkunft. Doch dann stirbt ihre luxuriöse, reservierte Mutter Valerie und somit lastet das Erbe auf ihren Schultern. So kehrt sie zurück zu ihren Wurzeln und verschafft sich erst einmal einen Überblick. Dabei spielt ihr das Schicksal eine Gedichtsammlung in die Hände, verfasst von ihrer Tante Sophia, deren Leben von einem düsteren Geheimnis umschattet war – einer tragischen Liebesgeschichte, die das Schicksal der de la Martinières für immer bestimmen sollte. Doch schließlich erkennt Emilie, dass es noch nicht zu spät ist, die Tür zu einer anderen Zukunft aufzustoßen.

Meine Gedanken

Anfangs tat ich mich schwer, mich mit den einzelnen Figuren anzufreunden. Doch als der Engländer auf die Bildfläche trat, spürte ich die knisternde, aber auch fragwürdige Stimmung in dem Buch. Immer mehr Puzzleteile entwickelten sich zu spannenden Elementen, sodass ich den Roman gar nicht mehr aus der Hand legen wollte. Da erbt Emilie nun das Chateau ihrer Eltern, in dem sie aufgewachsen ist und sich trotzdem irgendwie fremd darin fühlt. Schließlich baut sie sich in Paris bereits ein neues Leben auf als Tierärztin. Sie tut sich schwer mit dem alten Kasten. Doch dann tritt Sebastian in ihr Leben. Sie handelt sehr naiv und ich musste mich wirklich sehr wundern, da sie Veterinärmedizinerin ist, habe ich in Bezug auf menschliche Beziehungen mehr Reife erwartet. Aber gut, sie zieht ohnehin die Beziehung zu Tieren bisher eher vor.

 

Von ihrem alten Leben erfährt man als Leser wenig, was auch gar nicht so schlimm ist, denn was sie seit dem Tod ihrer Mutter alles in Erfahrung bringt, füllt den Roman auf bewegende Weise aus. Am meisten fesselte mich die zweite Zeitebene aus den Kriegsjahren. Darin wählte die Autorin Zwillinge, die verschiedener nicht sein konnten. Der Eine schwer überzeugt von Hitlers Machenschaften und der Andere das ganze Gegenteil: überzeugter Christ, tapfer und entschlossen in seinen Entscheidungen. Er rettet vielen Menschen das Leben und riskiert sein eigenes.

 

Eine sehr interessante Figur. Imponierend inszeniert beeindruckte mich die Textstelle, als die Autorin den brutalen der beiden Brüder von einer Frau erschießen lässt, die von ihm brutal missbraucht worden ist. Genau diese Frau erzieht viele Jahre nach dem Krieg ihre zwei Enkelkinder, die ebenso sehr unterschiedlich agieren und denken. Der Jüngere versucht immer wieder Frieden zwischen ihm und seinem Bruder herzustellen. Nur dumm, dass alle dem Älteren glauben. Irgendwann flieht er nach Frankreich, griff zu Drogen, um alles zu vergessen, denn er scheint ja ohnehin nichts zu taugen. Was er anfasst, läuft schief. Erfolglos taumelt er durchs Leben. Der Griff zu den vielen Figuren und dem Hintergrundwissen zeigt mir als Leser, dass die Autorin Zeit für ihren Roman hatte. Sie konnte in Ruhe recherchieren, einen ersten Entwurf verfassen, um dann an dem eigentlichen Werk zu arbeiten. Ihre Kulisse stand sofort fest, als sie ein altes Chateau in der Provence entdeckte.

Sprachstil

In der Mitte des Buches kleben bei mir so einige Post-Sticks. Darin sind mir einige Dinge aufgefallen, die sicherlich beim Übersetzen entstanden sind. So fragte ich mich, warum ein Schwager in der heutigen Zeit seine Schwägerin siezt?

Der Vater der Emilie starb, als sie noch ein Kind war.  Plötzlich muss ich lesen, dass sie als Kind mit ihren Eltern schon Wein getrunken hat? Kann ich mir kaum vorstellen. Zitat hierzu: »Die Aussicht, wieder den samtweichen Rhòne-Wein zu schmecken, den sie so oft mit ihren Eltern getrunken hatte, ...«

Ein letztes Zitat aus Seite 224: »Und vom Mittelalter bis in die viktorianische Zeit haben die Menschen morgens eher ein auf Hopfen oder Trauben basierendes alkoholisches Getränk zu sich genommen als wie heute Kaffee.« Also das zu lesen tut schon weh, dies zu hören tut weh, aber jetzt schreiben zu müssen, verkrampfte gar meine Finger. Warum sieht das keiner?

Dann ist das gesamte literarische Werk wirklich in einem fabelhaften Stil geschrieben, leicht zu lesen, man kann sich wirklich fallen lassen. Doch dann schleicht sich plötzlich Umgangssprache ein, und das leider nicht nur einmal: »drinnen«. Dafür benutzt man »innen«. Fehler passieren und ich war froh, dass es nur bei den Kleinigkeiten blieb.

Fazit

4,5 Sterne

Dieser Roman hallt noch eine Woche später in mir nach. Es stimmte mich nachdenklich und konnte mich insgesamt sehr beeindrucken. Ich muss zugeben, dass das Buch es sogar geschafft hatte, meine Neugierde zur Provence zu wecken. Eine sehr bewegende Geschichte.

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Kommentare: 4
  • #1

    Belle Wertz (Mittwoch, 01 Februar 2017 07:41)


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  • #2

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  • #4

    Sandra Gau (Montag, 06 Februar 2017 09:34)

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