Weiber, Wein und Wibele von Sissi Flegel

Weiber, Wein und Wibele - ein Roman in zwei Teilen, das nicht nur Leser in den reiferen Jahrgängen unterhält, denn jedes Alter verbirgt Sorgen und Ängste und bahnt sich so seinen eigenen Weg.

Rezension, Sissi Flegel, Weiber Wein und Wibele, Familiengeheimnis, Frauenroman Generation 50+, dotbooks, ebook

Weiber, Wein und Wibele

Sissi Flegel

 

Verlag: dotbooks GmbH

Format: ePub

Umfang: 363 Seiten

Sprache: Deutsch

ISBN: 978-3-943 835-60-1

Preis e-Book: 4,99 €


~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

»Manchmal muss man erst vom Weg abkommen,

um zu wissen, wohin man gehört.«

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Worum geht es ?

Rike und Lotte - zwei charmante Frauen in den Mitfünfzigern, die nicht unterschiedlicher sein können, trotzdem gehen sie seit vielen Jahren durch dick und dünn. Lotte kennt sich mit Wein bestens aus. In ihrem Vinum blüht sie regelrecht auf, wenn sie ihrer Kundschaft die Besonderheiten des edlen Tropfens näherbringen darf. Doch in der Männerwelt sieht es weniger rosig aus.

So gab sie gerade dem stadtbekannten Charmeur den Laufpass, der sie kurzum mit einer Jüngeren eifersüchtig machen wollte. Doch Lotte hat ganz andere Sorgen. Sie will endlich ein Familiengeheimnis aufdecken, das sie nach Afrika führt. Und Rike soll sie dahin begleiten, was ihr wiederum auch ganz recht ist, da sie ständig eingebunden wird als Liebeskummertrösterin ihrer zwei erwachsenen Töchter, als Babysitterin ihrer Enkel und am Ende auch noch herausfindet, dass ihr Göttergatte mitten in der Midlifecrises steckt und sich diese anscheinend mit einer Jüngeren versüßt.

Sprachstil

Da die Geschichte in Stuttgart spielt, werden so einige landestypische Eigenarten eingeflochten, was immer sehr interessant für den Leser ist. Das lässt die Geschichte so real wirken.

Insgesamt liest sich der Roman recht flüssig und unterhaltsam. Das Schmunzeln ist stellenweise garantiert. Es gibt nur eine Schreibstil-Art, an der ich während des Lesens immer hängengeblieben bin: NICHT-Sätze. »Waren die Zeitungen nicht voll von Artikeln ...« - »War Elina nicht am meisten gefährdet?« - »... dachte Lotte nicht ohne Neid.« Dieser Stil setzt sich so im gesamten Roman fort. So wünschte sich auch die Protagonistin, dass sich ihr Leben nicht ändere. Wünsche sollten immer konkret verfasst werden.

An dieser Stelle bringe ich immer das Beispiel, dass man sich nicht einen rosa Elefanten vorstellen soll. Und was sieht man in dem Moment?

Nicht-Sätze halten den Lesefluss auf und sollten eigentlich vermieden werden. Die Beschreibungen fand ich insgesamt sehr bildreich, sodass ich mich am liebsten genau in diese Orte beamen wollte. Ich genoss dabei jede einzelne Zeile. Nur war eine an einer sehr unpassenden Stelle. Der Leser »betritt« bereits zum etwa vierten Mal das Vinum und erst dort lernt er die Räumlichkeiten kennen. Ich habe es dort überflogen, weil mich der Fortgang der Geschichte mehr interessierte. Jetzt im Nachhinein finde ich es fast schade.

Auf der e-Book-Seite 135,7 fand ich leider einen sehr fatalen Fehler. Lotte befindet sich gerade im Reisebüro und genau dort passiert folgender Dialog:

»... Bea griff nach einem Blatt. »Das geht. Allerdings sind es nur Touren von ein bis drei Tage Dauer.«

»Na, das ist doch schon mal was. Lotte und mir kommt es wirklich auf einen geruhsamen Aufenthalt an ...«

Hier hätte Rike stehen müssen, da es ja die Lotte sagte. Solche Dinge sollten natürlich vermieden werden, jedoch können sie passieren, denn daran erkennen wir, dass immer noch Menschen daran gearbeitet haben und keine Maschinen. ;)

Meine Gedanken

Als ich mich für dieses Buch entschieden habe, zog mich zuerst das Cover wieder einmal in seinen Bann. Seine rötliche Erscheinung glänzte geradezu unter den anderen e-Books. Es strahlt so eine Freundlichkeit aus, dass die erste Neugierde bei mir geweckt war. Als ich den Werbetext und

darin das Wort »Familiengeheimnis« las, wusste ich, das ist mein nächster Roman.

Ich weiß gar nicht warum, aber ich finde diese Tatsache, ein Geheimnis aufzuspüren, genauso spannend wie ein Krimi. Eigentlich sogar interessanter. Zu lesen, wie es den einzelnen, sehr realistisch dargestellten Figuren geht, was sie dazu bewogen hat, so zu handeln, deren Gefühle versuchen zu verstehen, nachzuvollziehen - das alles macht es zu einem richtig guten Roman. Das ist Sissi Flegel auch sehr gut gelungen. Er steckt so voller Spannung, so voller Sympathie für die Protagonisten, dass ich mich freute, den gesamten Sonntag zum Lesen nutzen zu dürfen.

Ich finde den Roman absolut unterhaltsam. Das Schöne war hier auch wieder einmal, dass ich etwas dazulernen konnte, nicht nur über Afrika, auch Stuttgart. Es gab Momente, in denen ich mir wünschte, die beiden Orte einmal zu besuchen. So lernte ich aus Afrika, das Leben eines Himbas kennen. Seine Lebensart und Gewohnheiten versetzten mich mal wieder in Staunen. Dass diese Menschen die Saunagänge zur eigenen Reinigung nutzen, ist fast unvorstellbar.

Der Leser erfährt obendrein etwas über die Geschichte Stuttgarts oder Wissenswertes zur edlen Traube und auch etwas über die landestypische Küche. Dies alles einzuflechten, ist der Autorin sehr gut gelungen.

Fazit

4,5 Sterne

Es ist so ein erlebnisreiches Buch, das ich sehr gern gelesen habe und das mich von der ersten Seite an gefesselt hat. Es steckt so voller Spannung und Hintergrundwissen, dass ich es gar nicht weglegen wollte. Diesen Roman empfehle ich allen Lesern, die sich für Ahnenforschung, Afrika, Wein und das Leben im reiferen Alter interessieren.

Wissenswertes zu Sissi Flegel

Die Schwäbin Sissi Flegel ist Lehrerin und hat schon einige Jugend- und Erwachsenenbücher geschrieben. Für die jüngeren Leser verfasste sie viele Jahre lang so einige Geschichten, zum Beispiel aus der Reihe »Freche Mädchen«. Die Erwachsenen können sich bisher über drei Romane aus ihrer Feder erfreuen.

Neben dem Schreiben erkundet sie mit ihrem Mann auf Reisen gerne andere Länder. Danksagung:

Den Roman Weiber, Wein und Wibele erhielt ich aus einer Gewinnspiel-Aktion heraus. Blogg dein Buch und dotbooks starten nun gemeinsam das Rezensieren von e-Books.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0